Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung

Kinder lernen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie lernen auch, mit Gefühlen umzugehen, Konflikte zu lösen und gut mit anderen Menschen zusammenzuleben. Manche Schülerinnen und Schüler brauchen dabei besondere Unterstützung. Dafür gibt es den Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung.

Was bedeutet Emotionale und soziale Entwicklung?

Der Begriff beschreibt die Fähigkeit,

  • eigene Gefühle wahrzunehmen und zu steuern,
  • mit anderen Menschen respektvoll umzugehen,
  • Regeln einzuhalten,
  • Konflikte friedlich zu lösen,
  • Vertrauen aufzubauen,
  • sich in einer Gruppe zurechtzufinden

 

Kinder mit Unterstützungsbedarf im Bereich Emotionale und soziale Entwicklung können zum Beispiel schnell wütend oder traurig werden, sich oft zurückziehen, Schwierigkeiten mit Regeln haben, häufig Streit mit anderen Kindern erleben, sich schlecht konzentrieren oder sehr unsicher und ängstlich sein. Die Gründe dafür sind verschieden. Häufig spielen persönliche Erfahrungen, Belastungen im Alltag oder besondere Lebenssituationen eine Rolle.

Wie unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler?

Unser Ziel ist es, jedes Kind in seiner persönlichen Entwicklung zu stärken. Dabei ist uns wichtig:

  • ein respektvoller und wertschätzender Umgang,
  • klare Regeln und verlässliche Strukturen,
  • Unterstützung bei Konflikten,
  • spezifische Förderung sozialer Fähigkeiten,
  • enge Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten,
  • Feedback- und Reflexionsgespräche

 

So werden die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung unterstützt. Dies gelingt am besten gemeinsam. Deshalb arbeiten Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Eltern und weitere Beteiligte eng zusammen.

Konkrete Maßnahmen unserer Schule

Um Kinder im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung zu unterstützen, gibt es an unserer Schule verschiedene feste Maßnahmen und Angebote, die in Zusammenarbeit aller umgesetzt werden:

Ritualisierung des Tagesablaufs – „Tagesreiseführer“:

An unserer Schule beginnt jeder Tag nach einem festen Ablauf. Die Kinder wissen dadurch genau, was sie erwartet und wie der Vormittag abläuft. Der sogenannte „Tagesreiseführer“ zeigt den Schülerinnen und Schülern übersichtlich, welche Stunden und Aktivitäten an diesem Tag stattfinden. Diese festen Strukturen helfen besonders vielen Kindern dabei, ruhig und sicher in den Tag zu starten. Auch bei Vertretungsunterricht bleiben die Abläufe möglichst gleich. So finden sich die Kinder leichter zurecht und fühlen sich sicherer.

„Lubo aus dem All“ und „Mutig werden mit Til Tiger“:

Das Programm „Lubo aus dem All“ gehört seit 20219 fest zu den Schuleingangsklassen der S1. Mit Hilfe der Figur Lubo lernen die Kinder spielerisch wichtige soziale Fähigkeiten und üben gemeinsam, wie ein gutes Miteinander gelingen kann.

In den höheren Klassenstufen wird das Programm „Mutig werden mit Til Tiger“ genutzt, um an sozialen Unsicherheiten zu arbeiten. Ziel ist es, die Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und ihnen neue Möglichkeiten für den Umgang mit schwierigen Situationen zu zeigen. Außerdem sollen die Kinder lernen, ihre eigenen Stärken und sozialen Fähigkeiten im Alltag besser zu nutzen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Bereich der Schulsozialarbeit.

5-Finger-Vertrag:

An unserer Schule gelten fünf gemeinsame Regeln für alle Kinder:

„Ich höre auf Erwachsene.“

„Ich achte auf mich und andere.“

„Ich behandle alle Dinge sorgfältig.“

„Ich verhalte mich freundlich mit Worten und Taten.“

„Ich strenge mich an.“

Diese Regeln gelten im Unterricht, in den Pausen und im gesamten Schulalltag. Sie helfen dabei, respektvoll und freundlich miteinander umzugehen.

Verstärkersystem – „Ampel“:

In allen Klassen wird ein schulinternes Ampelsystem genutzt. Die Kinder erhalten dadurch eine klare Rückmeldung zu ihrem Verhalten. Positives Verhalten wird sichtbar gemacht und gestärkt. Gleichzeitig hilft das System dabei, Regeln einzuhalten und das eigene Verhalten besser einzuschätzen.

Die ruhige Pause:

Manche Kinder brauchen in den Pausen mehr Ruhe und weniger Reize oder Konflikte. Deshalb gibt es die Möglichkeit einer „ruhigen Pause“. Die Kinder verbringen die Pause dann in kleinen Gruppen in einem ruhigen Raum der Schule. Begleitet werden sie dabei von einer Alltagshelferin.